Rohwolle u. Waschmaschine
Ja… das geht… man sollte dabei allerdings einige Kleinigkeiten beachten…
Warum schreibe ich euch das heute?
Ich bekomme immer wieder Anfragen, Kritik und andere Hinweise, wie ich denn wohl mit einem so kostbarem Gut umgehen würde.
Also, bisher habe ich keine negativen Erfahrungen mit dem Waschen in der Maschine gemacht.
Ich betone: ICH
Was ich jetzt schreiben werde, ist die Handhabung, wie ich es mache. Es soll keine direkte Anleitung sein und ich übernehme auch keine Garantie für Versuche eurerseits, die in die Hose gehen sollten.
- Rohwolle besorgen, direkt vom Schaf, Schäfer, Basaren, Auktionen oder woher auch immer.
- Diese Rohwolle, mit oder ohne Wäschesack in die Trommel tun. Nicht vollstopfen, ich nehme ca. 400-500g
- Wollwaschprogramm, 1 Meßbecher Vollwaschmittel, 2 Eßlöffel Essig in die Weichspülkammer
- Wenn das Programm nicht selbstständig schleudert, nach dem Waschvorgang schleudern einstellen
- geschleuderte Wolle aus der Maschine nehmen – Achtung: sofort und feucht in kleine Flocken reissen, damit nichts weiter verfilzt
- Anschliessend kardieren und weiterverarbeiten, oder wenn die Flocken gut und locker gerissen sind, direkt verspinnen.
Meine bereits gesponnene Merinowolle, die ja schon als gewaschenes und gefärbtes Kardenband zu mir kommt, behandele ich so:
- Alles fertig spinnen und zwirnen – ich mache es nach Navajo-Art
- Garn über Stuhlbeine oder Lehne wickeln
- Wollwaschgang und wie oben, Voll- oder Wollwaschmittel in die eine Kammer und Essig in die Weichspülkammer
- gewickelten Strang 4-fach abbinden, in eine Mullwindel oder Mulltuch einschlagen und an 3 Stellen mit Gummi oder Bindfäden abbinden. Das verhindert ein Hin-und Herrutschen der Wolle in der Maschine
- Maschine durchlaufen lassen, Wolle rausholen und hängend (ohne zu beschweren) trocknen lassen
Der Eissig neutralisiert im Übrigen die Waschmittellauge und macht das Garn nicht spröde

